Passivhaus

Gelegentlich wird das Passivhaus oder der Passivhaus-Standard mit allgemeineren Ansätzen der passiven Solararchitektur verwechselt, da einige ihrer Grundlagen identisch sind. Wobei der Passivhaus-Standard jedoch von den allgemeineren Konzepten dahingehend abweicht, dass der zulässige Flächenheizungsbedarf und der Primärenergieverbrauch verringert werden können. Daher kann er sowohl als solide Leistungsspezifikation als auch als holistisches Niedrigenergiekonzept angesehen werden.

In einem Passivhaus wird die größtmögliche praktische thermische Behaglichkeit durch den Einsatz der nachstehend aufgeführten Passivmaßnahmen erreicht, die nicht nur im Wohnungssektor, sondern auch für kommerzielle, industrielle und öffentliche Gebäude genutzt werden können:

  • gute Dämmleistung mit minimalen Wärmebrücken
  • passive solare Erträge und interne Wärmequellen
  • herausragende Luftdichtheit
  • gute Innenraumluftqualität durch ein mechanisches Belüftungssystem im gesamten Haus mit sehr effizienter Wärmerückgewinnung.

Der Heizbedarf in einem Passivhaus ist so weit reduziert, dass eine traditionelle Heizungsanlage nicht mehr notwendig ist. Auch das nötige Abkühlen verringert sich aufgrund der gleichen Prinzipien und des Einsatzes von Sonnenschutz und in einigen Fällen durch die Vorkühlung der Versorgungsluft enorm. Nächtliches Lüften und die Nutzung des natürlichen Luftaustauschs durch geöffnete Fenster wird in den Sommermonaten empfohlen.

Bezüglich des Brauchwarmwassers gibt es keine strikten Anforderungen und in Zusammenhang mit der Beleuchtung und der Verwendung von Haushaltsgeräten führt der Standard einen Gesamtgrenzwert für den Primärenergieverbrauch ein, der die Energieeffizienz in allen diesen Bereichen fördert.

Energiebilanz

Die Energiebilanz des angebotenen Gebäudes muss mit der aktuellen Version des Passivhaus Projektierungpakets (PHPP) mit einem entsprechenden klimatischen Datensatz überprüft werden. Der spezifische Raumwärmebedarf wird mit einer Methode nach DIN (EN) ISO 13790 berechnet.

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Rahmenspezifikation

Das Passivhaus bietet sichere Grenzwerte für die technischen Daten der Verglasung, Belüftungsanlage, Luftdichtheit und der Wärmbrücken, da bei diesen Faktoren die strikten Grenzwerte nicht überschritten werden dürfen, damit die Einhaltung der Kriterien für die thermische Behaglichkeit gewährleistet bleibt.

 

Planungskomponente

Grenzwert

Moderates Klima

Warmes Klima

Raumheizungsbedarf

< 15 kWh/m2 p.a.

< 15 kWh/m2 p.a.

Raumkühlungsbedarf

< 15 kWh/m2 p.a.

< 15 kWh/m2 p.a.

Max. Wärmebelastung

10 W/m2

10 W/m2

Primärenergiebedarf

<120 kWh/m2 p.a.

<120 kWh/m2 p.a.

Wand, Dach, Boden (U-Werte)

<0,15 W/m2K

<0,2 W/m2K

Verglasungseinheit (installiert)

<0,8 (<0.85 )W/m2K

 

Türen

<0,8 W/m2K

 

Lufteinbruch (ach-1)

<0,6 n50

<0,6 n50

Wärmebrücke (linear iJj)

<0,01 W/mK

<0,01 (W/mK)

MVHR Koeffizient (n HR)

>0,75

>0,75